Donauuferbahn ja oder nein: Diskussionen unter "Dampf"

Befürworter stehen unter Dampf, Politiker lässt das aber eher kalt. Die zahlreichen Revitalisierungsmaßnahmen von Kleinbahnen zeigen aber, dass vor allem im Bahn/Rad-Betrieb Potential da ist.


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Der Verein "Verkehrswende" setzt sich vehement für umweltfreundliche und öffentliche Verkehrsmittel ein.
Die NÖVOG Stellungsnahme findet sich weiter unten im Bericht..

Es ist nichts Neues, dass im regionalen Umfeld die Einstellung einer Lokalbahn kritisiert wird und dass sich "Glaubensgemeinschaften" positionieren. Aber dass sich geschlossen Bürgermeister, Hotel- und Lokalbetreiber sowie Tourismuslocations im Verbund mit einer Radlobby gemeinsam gegen die Einstellung einer Bahn formieren ist doch eine bemerkenswerte Tatsache. Und das im geheiligten "Weltkulturerbeland Wachau".

Objekte und Grundstücke sollen, den Aussagen der Kritiker nach,  filetiert verkauft werden, da sich die Strecke laut NÖVOG, der landeseigenen Verkehrsorganisation,  weder wirtschaftlich noch touristisch nutzen lässt. Derzeit soll auch geprüft werden, ob die Bahn nicht ein Teil des Weltkulturerbepostulates ist und somit der Status angezweifelt werden könnte.

KR Karl Piaty beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Eisenbahn und Touristik: "Fast alle Bahnen hatten noch vor nicht allzulanger Zeit mit der Einstellung zu rechnen, alle hatten Expertisen, dass sich ein Weiterbetrieb sowohl touristisch als auch wirtschaftlich nicht lohnt, auch die Schneebergbahn oder die Mariazellerbahn waren davon betroffen.  Aber die Zeiten haben sich geändert, ein Umdenken ist eingetreten und die doch erhaltenen Bahnen feiern nun große Erfolge."
 


Im Grunde genommen unterbricht diese Strategie einfach eine durchgehende Strecke von Krems bis Grein, die den Kritikern nach, von zukünftiger Wertigkeit wäre. Die NÖVOG sieht das naturgemäß anders. Während die Bürgermeister betonen "alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben, um die Bahn zu erhalten", spricht die NÖVOG von "keinem gesamthaften Übernahmeinteresse der betroffenen Gemeinden".

Hier die Stellungnahme der NÖVOG im Detail:

"Die NÖVOG hat die Strecke Krems-Emmersdorf-Sarmingstein mit 10.12.2010 von den ÖBB als eisenbahnrechtlich eingestellte Strecke übernommen. Der letzte durchgehende Personenzug verkehrte bereits am 4.10.2009, danach erfolgte aufgrund des schlechten Streckenzustandes im Abschnitt Emmersdorf-Sarmingstein kein planmäßiger Personenzugverkehr mehr. Die Einstellung der Strecke wurde in der Folge von den ÖBB im Oktober 2010 beantragt. Die NÖVOG hat 2013 – gemeinsam mit allen betroffenen Gemeinden entlang des Abschnittes Emmersdorf-Sarmingstein – eine Machbarkeitsstudie zur touristischen Nutzung der Donauuferbahn (Emmersdorf – Sarmingstein) in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der Untersuchung war, dass sowohl aus tourismusfachlicher wie aus technischer Sicht eine Wiederaufnahme eines touristischen Betriebs aufgrund des geringen Potenzials sowie der erwartbaren hohen Kosten als wenig erfolgversprechend eingestuft wurde. Auch bestand kein gesamthaftes Übernahmeinteresse der betroffenen Gemeinden, sodass das Trassenband keiner durchgehenden Nachnutzung zugeführt werden konnte. Die NÖVOG ist eisenbahnrechtlich verpflichtet, bei eingestellten Strecken ein Auflassungsverfahren durchzuführen, welches nunmehr abgewickelt wird. Im Rahmen der nun durchgeführten Verkäufe behält sich die NÖVOG jedoch ein Wiederkaufsrecht auf das Trassenband vor."



05.08.2016 09:29:15



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